Bye bye Brasil…

30. August 2007 on 17:40 in Brasilien 2007 by hedi

Und weg samma, na ja noch nicht ganz. Wenn wir schon nach vier Wochen die Koffer packen, dann wollen wir uns wenigstens richtig von Brasilien verabschieden. Und wie geht das am Besten? Klar: Sonne, Meer, Strand, Palmen, gutes Essen, Faulenzen.

Also geht es am Mo nach dem Segelwochenende mit dem Auto nach Praia do Forte. Dieses ehemalige Fischerdorf ist ca. 80 km von Salvador entfernt und bietet auf der einen Seite zwar eine gute Touriinfrastruktur mit diversen Pousadas und Hotels, ist aber auf der anderen Seite so gut erhalten geblieben, dass der Charakter des Fischerdorfs nicht zerstört wurde. (Wenn man mal davon absieht, dass einem in den erhaltenen Fischerhäusern von Handtäschchen aus Kokosnüssen über Hängematten bis zu Körben aus Altpapier so ziemlich jeder touristische Schnickschnack angeboten wird ;-) Für unsere letzten zweieinhalb Erholtage waren die Bedingungen jedenfalls ideal. Süße kleine Pousada (80 m vom Meer entfernt), ein Postkarten Strand mit weißem Sand und Palmen - was will man mehr?

Aber wie wir halt so sind, langweilen wir uns natürlich schon nach dem ersten halben Tag und beschließen deshalb, am nächsten Tag zu einer alten Ruine zu laufen, die laut Reiseführer nur 3 km vom Ortseingang entfernt ist. Und da wir ja sonst nichts zu tun haben, lassen wir das Taxi links liegen und machen uns per pedes auf den Weg. Nicht gerechnet hatten wir allerdings mit der brasilianischen Sonne und mit der Untertreibung des deutschen Reiseführers. Der Weg war dann doch 5 km lang und wir Helden sind auch noch um 13.00 Uhr losgelaufen. - Kurz und gut: die Ruine einer alten Villa lag zwar sehr malerisch und hat auch als Fotomotiv ihre Aufgabe im Leben erfüllt, aber die 10 km Fußmarsch war sie nicht unbedingt wert. Sozusagen als Belohnung haben wir den restlichen Tag noch fleißig eingekauft und mehr oder weniger unser gesamtes Bargeld aufgebraucht. (So gehört sich das schließlich auch, meint Hermann.)

Am dritten Tag haben uns Andi und Hermann dankenswerter Weise wieder abgeholt und sogar noch einmal das SchildkrĂśtenaufzuchtsprojekt Tamar mit uns besucht. (FĂźr Hermann muss das jetzt schon das vierte oder fĂźnfte Mal gewesen sein. Armer Kerl, so viel Besuch und dann kommen sie nicht mal alle auf einmal, dann wĂźrde es sich wenigstens lohnen, das Standardtouriprogramm abzufahren…) Das Projekt Tamar ist aber wirklich nett. Jedes Jahr werden hier die Eier, die von den MutterschildkrĂśten in Praia do Forte verbuddelt werden, wieder ausgebuddelt und in einem abgesteckten Gehege wieder eingegraben. Nach dem SchlĂźpfen werden die SchildkrĂśten dann sozusagen unter Bewachung am Strand ausgesetzt, damit sie es auch unbehelligt von MeeresvĂśgeln bis ins Meer schaffen. Als Besucher des Projekts kann man in verschiedenen Becken die unterschiedlichen Arten von MeeresschildkrĂśten bewundern, die von mini BabyschildkrĂśten (ich hab mich fast nicht mehr eingekriegt und schon ernsthaft Ăźberlegt, wie ich die am Zoll vorbeikriege) bis zu 1,50 m langen MonsterschildkrĂśten (deren Namen ich leider wieder vergessen habe) reichen. Als die Riesenexemplare dann auch noch gefĂźttert wurden, war Hessi nicht mehr zu bremsen. 150 Fotos nur von der FĂźtterung!!! War aber auch irre anzuschaun, wie die bis dahin ach so trägen SchildkrĂśten auf einmal um sich getreten und geschlagen haben, um als erstes beim Futtereimer anzukommen…

Und am Abend ging dann der Ernst des Lebens los: alles sortieren (Hatten wir wirklich so viel Kram? Und warum zum Teufel haben wir noch so viel dazu gekauft?), Schichten im Rucksack, Liste für morgen (sprich heute), Übernachtungskram fürs Hotel zusammensuchen usw.

Aber wir sind fertig geworden: Fertig gepackt, alle Sachen besorgt, hiermit die letzten Berichte geschrieben - es kann nach Hause gehn.

Vielen Dank an alle, die immer fleißig mitgelesen haben, die Kommentare oder E-Mails geschrieben haben. Es hat uns viel Spaß gemacht, unsere Erlebnisse für Euch festzuhalten (sowohl in Buchstaben als auch in Fotos). Wir sehen oder hören uns in wenigen Tagen.

Macht es gut. Gehabt Euch wohl. Ciao.

Hedi + Hessi

Mast- und Schotbruch

30. August 2007 on 16:48 in Brasilien 2007 by hessi

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Ahoi, wir waren segeln. Nein, nicht nur reines Spaß-Süßwassersegeln, sondern so richtig, “offenes” Meer (na gut, Bucht…), hart am Wind.

Aber von Anfang an: Hermann hat über seinen Werftbesitzer einen Yacht-Eigentümer ausfindig gemacht, der sein Boot für die Aratu-Maragojipe-Regatta angemeldet hat und einverstanden war, uns zur Gaudi mitzunehmen. Das ist eine kleinere Spaßregatta, die der neben Salvador gelegene Yachtclub Aratu jedes Jahr veranstaltet. In drei verschiedenen Klassen segeln die Boote einen kleinen Törn aus der einen Bucht raus, kurz an der Küste entlang und dann für ein paar Seemeilen in einen Fluß hinein, nach Maragojipe.

Ganz im Gegensatz zur Regatta war unser Boot aber kein Spaßboot, sondern eine ernste Sache: Die Ocean Dream, eine BĂŠnĂŠteau Oceanis 50, 50 Fuß laufende Länge. Richtig klasse! (Erinnerung an mich selbst: Sollte ich jemals EUR 319.000,– Ăźbrig haben…)

Gut, Regatta. Neben Hermann als altem Seemann ist uns schon sehr zugute gekommen, dass Fernando, der EigentĂźmer der Ocean Dream, sowie sein “Hilfsneger” (so nennt man des auf brasilianisch-bayerisch angeblich…) Abel mit an Bord waren, denn der Rest der Mannschaft war sowas von unbrauchbar fĂźr eine Regatta: Hedi mit zweitägiger Segel-, nein eher Sonnenerfahrung im Mittelmeer, Patzi mit ein bißchen Ahnung von ihren Urlauben mit Hermann, Andi, der zumindest in der Theorie teilweise weiß, wie es funktioniert, Caesar, Patzis Bruder, der wohl genau zwei Begriffe vom Segeln kennt und sofort als Profi mitmischen will, Yasmin, Patzis Schwester, die dem ganzen eher skeptisch gegenĂźbersteht, Isis, ihre Tochter, die einen Riesenspaß dabei hat, den Männern dabei zuzugucken, sich zum Affen zu machen, und ich: Spielkind mit Null Ahnung. Optimale Mischung.

Freitag abend geht es raus nach Aratu, das Boot liegt außerhalb der Stege vor Anker, nur per Taxiboot erreichbar, was das individuelle Zubettgehen etwas kompliziert macht, und so mĂźssen Hedi und ich, die Nachteulen vor dem Herrn, tatsächlich bei der ErĂśffnungsparty teilnehmen und uns durch die brasilianischen Biersorten probieren. Nein, war schon nett, aber so ab 23 Uhr ist einfach Schluß mit lustig, da wirds dann zu laut und wir mĂźde, aber zum GlĂźck hat Fernando wohl ein bißchen Panik, dass seine Mannschaft die Regatta gar nicht schafft, wenn sie die Nacht durchfeiert, und so schickt er uns um kurz vor zwĂślf alle aufs Boot. Gut so…

Am Morgen gibt es, das muß in dieser Familie so sein, ein Ăźppiges FrĂźhstĂźck mit allem Komfort, und erst nachdem die Hälfte der Boote schon unterwegs zur Startlinie ist, fangen wir auch mal an, uns vorzubereiten. Der am Abend gefasste Beschluss, morgens recht frĂźh nochmal rauszufahren und ein paar ManĂśver mit uns zu Ăźben, lässt sich nicht ganz einhalten, und so harren wir gespannt der Dinge, die da kommen… zur absoluten Segeldummheit eines Großteils der Mannschaft kommt ja noch das Sprachenproblem hinzu, denn Fernando spricht, trotz guter Ausbildung und internationalem Job (Informatiker mit 50-Fuß-Yacht, was fĂźr ein Vorbild…), fast kein Englisch, Abel schon ganz ordentlich, aber selbst Hermann hat keine Ahnung, was die verschiedenen Befehle auf Englisch, von Portugiesisch ganz zu schweigen, eigentlich heissen… und so steigen schon die Wetten, wer jetzt schneller versteht, was von uns verlangt wird, Caesar auf Portugiesisch, Hermann auf Portugiesisch oder Hedi und ich auf Englisch. ;-)

Erstmal ist aber alles ganz locker, mit Motorkraft geht es zum Startbereich, in dem dutzende, nein, hunderte von Yachten kreuzen und um die beste Position konkurrieren. Angeblich war das, was wir da gesehen haben, fĂźr eine Regatta in jedem Teil der Welt vĂśllig normal… mich hat es eher an den Autoverkehr in Delhi erinnert. Alle wahnsinnig!!

Zum GlĂźck leert es sich mit der Zeit, denn die Klassen starten nacheinander, und wir gehĂśren (natĂźrlich) zur letzten, der freien Klasse. Da starten, neben den richtig großen Schiffen wie unserem, auch sämtliche Katamarane, unter anderem das längste und schnellste Boot, die Adrenalina Pura. Der Name ist hier Programm, der Eigner, ein reicher Brasilianer aus Sao Paulo, hat sich, ohne irgendwie auf die Kosten zu schauen, einen 65-Fuß-Rennkatamaran zusammenbauen lassen. Lang, breit, hoch… wow!

Beim Start bewahrheitet sich dann auch halbwegs der Spruch, dass Länge läuft, denn während die meisten Boote so irgendwie in Richtung Startlinie kreuzen, zieht die Adrenalina Pura, die fast ganz hinten gestartet hat, in den ersten Minuten an uns allen ohne jedwede sichtbare Anstrengung vorbei… Auch bei uns macht sich die Länge aber bezahlt (kein Wunder, wir sind das zweitlängste Schiff), und wir kommen trotz unserer personellen Engpässe mit vollem Wind im Genua (hui, ich kenn mich aus…) gut weg.

Anfangs wird gegen den Wind gekreuzt, was einfach nur ein riesiger Spaß ist: Starke Schräglage, so dass das Wasser an der Innenseite schon über die Bordwand kommt, alle zwei Minuten kreuzen mit Einsatz der gesamten Mannschaft. Und das alles bei nicht mehr als 3,5m/s Wind - wie das wohl bei vernünftigen Windstärken ist?!?

Die Kßste entlang stellt sich dann ein wenig Routine ein, es wird nicht mehr gekreuzt, der Wind kommt stetig von backbord. Leider ist der Wind fßr das Spinnaker noch nicht richtig, aber da einige andere Boote ein Gennaker an Bord haben, kommen sie uns jetzt wieder gefährlich nahe bzw. ßberholen uns sogar.

GlĂźcklicherweise haben wir flußaufwärts dann doch genug RĂźckenwind, um das Spinnaker aufzuziehen, und haben da sogar noch die MĂśglichkeit, noch so manchen Katamaran hinter uns zu lassen. Und so erreichen wir zum späteren Nachmittag nach gut 5 Stunden Segeln die Ziellinie. Und während wir schon im Fluß baden, den Grill heißmachen und uns das brasilianische Rindfleisch schmecken lassen, kommen immer noch Boote ins Ziel… guat war ma!

Am Abend gibt es natürlich wieder die obligatorische Feier in Maragojipe, aber die Hälfte der Mannschaft ist so fertig, dass sie beschließt, erst gar nicht von Bord zu gehen. Ob unsere hyperaktiven Teilnehmer (Patzi, Caeser, Yasmin, in der Reihenfolge) überhaupt noch von Bord gegangen sind, wissen wir gar nicht, wir lagen um 7 Uhr abends auf den Bänken an Deck und haben geschlafen.

Am nächsten Tag ging die ganze Strecke wieder zurück, allerdings diesmal ohne Zeitnahme. Gut so, denn der Wind ging von kaum vorhanden auf nicht vorhanden zurück, und so mussten wir leider, um überhaupt wieder in Salvador anzukommen, auf Motorkraft zurückgreifen. Die Segler unter uns sind das gewohnt, sitzen stoisch am Ruder, genießen die Sonne und unterhalten sich, aber wir Landratten sind so geil aufs Segeln, dass wir völlig enttäuscht an Bord rumgammeln, Sonnenbrände bekommen und die Küche leerfressen. Nutzt nur leider nix, bis auf eine kleine Plauscherei mit einem anderen Segler auf Heimkurs, der uns wohl, wenn ich das Portugiesisch richtig gedeutet habe, die ungefähren Endzeiten einzelner Boote durchgegeben hat, passiert auf der gesamten Tour nichts.

Egal, auch wir kĂśnnen nun den Spruch “Es gibt kein Leben nach dem TĂśrn” begreifen und es gar nicht mehr erwarten, bis Hermanns Boot fertig wird. Route ist schon abgemacht, hoffentlich klappt es auch!

Soviel zu unseren unerwarteten Segelerfahrungen, die wohl das Kapitel “Aktivurlaub” in Brasilien abschließen.

Gehabt Euch wohl, Grüße aus Salvador, gefühlte 35 Grad

Vorgeschmack auf was da kommt: Blick in die Werft, Entstehung Hermanns Katamaran:

Adieu Chapada…

24. August 2007 on 21:01 in Brasilien 2007 by hedi

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Unser letzter Tag. Diesmal sollte nicht nur eine Spazierfahrt mit dem Auto sondern eine richtige Wanderung in Angriff genommen werden. Da es von der Chapada allerdings keine guten Karten gibt, ist man auch hier wieder auf einen FĂźhrer angewiesen. Und ganz ohne Autofahrt geht das Ganze leider nicht vonstatten.

Ziel sollte auf unseren persĂśnlichen Wunsch hin der rauchende Wasserfall (Cachoeira da Fumaca) sein. Das Wasser startet seinen Fall 340 m Ăźber dem Boden und kommt unten - nicht mehr an. Sprich: Der Wasserfall raucht ins Nichts.

Aber wie gesagt erst mal Autofahrt. Wie immer kommt der Bus mit Verspätung und als er dann endlich kommt, ist der Führer von einer anderen Agentur. Leider wären bei unserer Agentur zu wenig Leute für den Wasserfall eingetragen gewesen (nur wir beide), deshalb wären wir sozusagen weitergeleitet worden. Okidoki - ist uns eigentlich egal, mit wem wir fahren. Also auf gehts, in einem Toyota Eigenbaujeep, und zwar ca. 3 km weiter. Da hält der Fahrer plötzlich an, wurschtelt eine Weile unter dem Auto herum, um uns irgendwann zu erklären, dass das wieder der Fehler von gestern sei (?) und dass wir jetzt leider auf zwei andere Autos warten müssten. Ist auch gar nicht so schwer, da zum ersten Mal zwei Deutsche in unserer Gruppe sind, Sandra und Manuel. Kurzinfo: Manuel ist Biologe, hat ein Jahr in Brasilien studiert und reist jetzt zusammen mit einer Freundin (Sandra), die eigens dazu aus Stuttgart angereist ist, noch ein bisschen durchs Land. Der große Vorteil: er spricht fließend Portugiesisch, was die Verständigung bezüglich Autopanne und so erheblich vereinfacht.

Na ja, wir haben also ein bisschen gewartet und sind dann in einen VW Gol (Basis dafĂźr ist der Polo) umgestiegen. Kommentar von einem der Guides: “A jeep is the best car you can have for the Chapada. Second best ist a VW Gol.” Ja ja so setzen sich die quasi deutschen Marken durch :-) Im Vergleich zu den letzten beiden Tagen war die Fahrt erstaunlich kurz. In einem Kaff mit fĂźnf Häusern wurden die Autos abgestellt und der Aufstieg begann. War allerdings kein besonders schwieriger oder langwieriger Pfad, insgesamt 6 km, davon 2 bergauf und 4 flach auf dem Plateau. Schwierigkeiten hatte vor allem eine 1,50-Italienerin in unserer Gruppe, deren Beine fĂźr manche Klettereien einfach zu kurz waren. Verschwitzt und dreckig waren wir hinterher trotzdem alle, da es hin und wieder durch dichtes GehĂślz, Schilf und auch durch die ein oder andere Schlammgrube ging. Man sollte daher meinen, dass der schlimmste Teil bereits hinter uns lag, als wir endlich am oberen Rand des Wasserfalls ankamen. Pustekuchen - Hessis HĂśhenangst hat auch hier noch fĂźr Aufregung gesorgt. Man sollte dazu wissen, dass die einzige MĂśglichkeit, den Wasserfall aus nächster Nähe in seiner vollen Länge zu sehen, darin besteht, sich auf einen Felsvorsprung zu legen (stehen erlauben einem die Guides nicht) und sich so lange nach vorne zu ziehen, bis man mit dem Kopf Ăźber den Rand in den ca. 400 m tiefen Abgrund schauen kann. Ich muss zugeben, dass sich selbst mir nach einer Weile der Magen zusammengezogen hat. Hessi hat es käsebleich nach drei Versuchen auch geschafft. Den zweiten Aussichtspunkt, der vom Wasserfall zwar ein bisschen weiter weg ist, dem Felsvorsprung an HĂśhe aber in Nichts nachsteht, hat er sogar ohne große Bauchschmerzen Ăźberwunden.

Der RĂźckweg wurde dann deutlich flotter in Angriff genommen und hatte uns beim Aufstieg noch eine Wolkendecke geschĂźtzt, so brannte die Sonne beim Abstieg auf uns nieder. Kein Wunder, dass wir uns mit Freuden in die eiskalte Gumpe eines nahe gelegenen Wasserfalls stĂźrzten. Das ist Ăźbrigens sehr aufmerksam bei allen Touren. Da das Wetter so gut wie nie richtig scheußlich ist, wird grundsätzlich ein Stopp an einem Fluss, einem See o.ä. eingeplant, damit sich jeder vor der Heimfahrt die nĂśtige AbkĂźhlung genehmigen kann. An dieser Stelle gab es sogar die MĂśglichkeit sich direkt unter den Wasserfall zu setzen und sich abduschen zu lassen. Und das ganze mit goldenem Sonnenuntergangslicht… kann das Leben schĂśner sein?

Die Rßckfahrt war dann wieder ein bisschen improvisiert, da Manuel und Sandra zusammen mit unserem Guide noch eine Nacht in der Gegend bleiben wollten um am nächsten Tag eine weitere Wanderung zu unternehmen. Wir sollten hingegen mit einem anderen Guide nach Lencois zurßckfahren. Mit von der Partie war noch ein Italiener, der auch zu unserer ursprßnglichen Wandergruppe gehÜrte. Wurde auch eine sehr nette Rßckfahrt, das Gespräch fßhrte von den Plänen des Italieners, eine geeignete brasilianische Frau zu finden, ßber unsere Pauschalentschuldigung fßr biersaufende, pommesfressende, sonnenverbrannte deutsche Italienurlauber bis zu den Pros und Kontras fßr ein Leben in Rio de Janeiro.

Etwas irritiert waren wir dann allerdings als uns der Guide einfach am Hotel absetzte, ohne nach dem Geld fĂźr die Tour zu fragen. Bei der ursprĂźnglichen Agentur hatten wir noch nicht bezahlt und die andere wollte unser Geld wohl auch nicht. Noch mal nachgefragt: ne ne das Geld kriegen zunächst die, bei denen Ihr gebucht habt. Ok dann schauen wir da doch heute Abend noch mal vorbei. (SchĂśn vertrauensseelig die Lencoiser. Wir hätten ja auch einfach unsere Sachen packen und nicht mehr zahlen kĂśnnen. Aber auch diese Sorte von Beschiss ist in Lencois wohl noch nicht angekommen… zum GlĂźck.)

Unseren letzten Abend haben wir dann noch gebĂźhrend gefeiert, jeder Stand hat sich ein paar Real dazuverdient, Tapioka, frittierte Bällchen, Fleischspieße und Caipirinha haben sich in unseren Mägen getummelt und als wir so unsere letzten Limonen auszuzeln, kommt uns mitten auf dem Hauptplatz in Lencois der Spanier von unserer Iguassu-Tour (Argentinische Seite) entgegen. Nicht zu fassen, großes Hallo. Und was hat er so gemacht? Ach er war in Pantanal und hat dort Reg und Laury (das ältere amerikanische Pärchen aus der Iguassu-Gruppe) getroffen. Die Welt ist klein in Brasilien, oder? Wir verabschieden uns mit “see you in Salvador, or Barcelona, or Munich, or… ;-)” und machen uns auf den Weg zum Hotel. Zusammenpacken, auschecken und dann ab zum Nachtbus.

Die Fahrt Ăźberspringe ich jetzt einfach, da sie mit den Worten kalt, unbequem und schlaflos ausreichend zusammengefasst ist.

Das wars fĂźr dieses Mal. Wir verabschieden uns zum Segelwochenende.

Es wurde Abend, es wurde Morgen…

24. August 2007 on 14:09 in Brasilien 2007 by hessi

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…der zweite Tag Chapada.

Nachdem uns unser FĂźhrer (damn it, wir haben wirklich den Namen vergessen… nett war er!) nach dem ersten Tag zur Seite genommen und gefragt hat, was wir denn sonst noch so vorhätten, waren die nächsten zwei Tage schon komplett verplant, gebucht und abgehakt. Individualtourismus schĂśn und gut, aber wenn man in drei Tagen ein Gebiet von der Größe - hmm, des Saarlands? - anschauen will, ohne Auto oder NahverkehrsmĂśglichkeiten zu haben, bleibt nur noch die gefĂźhrte organisierte Tour.

Tag 2: Die Poços.

Im Nordwesten der Chapada ist das Gebiet der Grotten, es reiht sich ein Höhleneingang an den anderen, und wahrscheinlich sind sie alle es wert, sie anzuschauen. Der enge Zeitplan ließ uns aber nur die Eindruckvollsten besichtigen, und dazu gehören sicher die Poço Encantado und die Poço Azul. Beide sind für ihre fantastischen Lichtspiele bekannt und, glaubt uns, jede Mühe wert, sie anzusehen.

MĂźhe ist in diesem Fall nicht Ăźbertrieben, denn von Lençois fährt man gut und gern 2 Stunden Ăźber brasilianische Straßen (s. gestriger Eintrag…) - der Bandscheibenvorfall ist auf Dauer vorprogrammiert. Doch tatsächlich, alle MĂźhen sind vergessen, sobald man den Abstieg zur Poço Encantado hinter sich hat. In kleinen Gruppen (max. 15 Leute) geht es einen steilen Abstieg in eine ca. 50 Meter tiefe, 150 Meter breite Grube hinab, der an einer Felswand ein paar Meter Ăźber dem Boden endet. Hier ist ein ca. 2 Meter breiter, schmaler Eingang, aus dem uns gerade die Vorgruppe schnaufend und prustend entgegenkommt. Bis auf strahlende Gesichter und gelegentliche “amazing”, “unbelievable” und wahrscheinlich ähnlichen Ausrufen auf portugiesisch ist ihnen aber nicht mehr zu entnehmen.

Sobald der letzte die HĂśhle verlassen hat, dĂźrfen wir runter. Es besteht Helmpflicht, was wirklich dämlich aussieht, aber absolut gerechtfertigt ist, denn selbst 150cm-Zwerge stoßen ständig an vorstehenden Felsen an. Wir zwängen uns durch winzigste LĂźcken, enge Stufen hinab, hangeln uns an Seilen hinunter und bewältigen zuguterletzt auch noch eine 20 Meter lange Leiter, aber schon auf deren Mitte drohen einige vor lauter Verrenkungen und VerzĂźckungsausbrĂźchen fast runterzufallen: Vor uns liegt eine ca. 80 Meter hohe Grotte mit ~80×100 Meter Grundmaße. Die Mitte der HĂśhle scheint merkwĂźrdig blau zu leuchten, und erst nach einigen Sekunden bemerkt man, dass die Hälfte der HĂśhle aus einem See besteht. Das Wasser leuchtet merkwĂźrdig blau, ist aber so durchsichtig, dass man ohne Probleme bis auf den Grund des Sees, ca. 40 Meter tief, blicken kann. WunderschĂśn.

Beim weiteren Gang in die HĂśhle sehen wir dann auch, wo das Licht herkommt. Auf der gegenĂźberliegenden Seite der HĂśhle, anfangs noch verdeckt, ist ein Lichtschacht, durch den zu bestimmten Zeiten (Juni bis September, wenige Stunden am Tag) direktes Sonnenlicht auf das Wasser fällt. Und hier beginnt der wahrlich “encantado”, verzaubernde Teil: Ein breiter Lichtstrahl, klar erkennbar im Halbdunkel der HĂśhle, fällt auf die Wasserobfläche, bricht sich dort und strahlt in einem tiefblauen Lichtbogen bis auf den Grund des Sees. Jedwede Beschreibung, aber auch Fotos, von denen wir einige Dutzend geschossen haben, mĂźssen hier die Waffen strecken, das muss man mit eigenen Augen gesehen haben.

Nach 20 Minuten in der HÜhle, die wie im Flug vergehen, geht es zurßck ans Tageslicht und auf zur nächsten Poço, Poço Azul. Ursprßnglich im Reisefßhrer so beschrieben, wie wir nun Poço Encantado erlebt haben, als stiller See, in dem man die Wasseroberfläche nur mit Mßhe erkennen kann, wird uns angekßndigt, dass man dort selber schwimmen und tauchen kann. Das klingt zwar reizvoll, dämpft unseren Optimismus, was tolle Anblicke anbelangt, aber deutlich.

Hier sollte ich noch kurz erwähnen, dass man frßher auch in Poço Encantado tauchen durfte, dies aber aufgrund der fortwährenden Verschmutzung des Wassers vor einigen Jahren verboten wurde. Zurecht. Poço Azul hat den Vorteil, dass es sich eigentlich um einen unterirdischen Fluss handelt und das Wasser in der HÜhle somit alle 4 Stunden komplett ausgetauscht wird. Nichtsdestotrotz muss man vorher duschen, um Cremes, Dreck und sonstiges zu entfernen. Dass man danach trotzdem noch den Pfad durch den Urwald und einen HÜhlenabstieg vor sich und somit genug Zeit hat, sich wieder dreckig zu machen, sei den Brasilianer als kleiner Logikfehler freigestellt.

Dreck abwaschen, ein gutes Stichwort. Um vom ersten Poço zum zweiten zu kommen, muss man einen der roten FlĂźsse Ăźberqueren, diesmal sogar einen breiteren, ca. 50 Meter. Als einzige MĂśglichkeit existiert dort ein Floss, dass an einem Stahlseil nur von der StrĂśmung an die Ufer geschwemmt wird. Ein Auto hat dort Platz, zusammen mit ein paar Personen, die sich an den Rändern festhalten und hoffen, nicht von Bord geworfen zu werden, wenn das Auto wieder runterrollt. Da jede Person 2 Real fĂźr die Überfahrt zahlen muss, beschliessen vier Leute aus unserer Gruppe (die diesmal hauptsächlich aus Italienern besteht, die aber bis auf eine Ausnahme alle Portugiesisch kĂśnnen), lieber rĂźberzuschwimmen. Klar, dass ich dabei bin. Es gehĂśrt ein bisschen Überwindung dazu, in einen so roten Fluss zu steigen, irgendwie denkt man immer an eine größere Industriekatastrophe, aber das Wasser ist erstaunlich klar, wenn man davon absieht, dass schon zwei Zentimeter unter der Wasseroberfläche die Haut einen sehr starken Rotschimmer hat und nach ca. 50cm die Füße im dunkelroten Wasser verschwinden. Die StrĂśmung ist ziemlich stark, man fĂźhlt sich wie ein Flugzeug im Landeanflug bei Seitenwind, schräg schwimmen, um gerade Ăźber den Fluss zu kommen. Ganz kurz Ăźberlege ich mir, ob ich als Fast-Nichtschwimmer nicht doch zu schnell hier geschrieen habe. Aber nach der Hälfte des Weges stoße ich plĂśtzlich mit den Füßen am Boden an, und wir fallen vor Lachen fast um, als wir merken, dass das Wasser maximal 80cm tief ist. Soviel zur Angst vor der StrĂśmung…

Genug davon, Poço Azul… Im Eintrittspreis von 6 Real sind Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmweste inklusive, ein ziemlich breitschultriger Antonio-Banderas-Italiener und ich bekommen ohne langes Nachdenken die beiden einzigen großen Schwimmwesten (Typ: Maximus), der Rest muss mit so kleinen Mistdingern auskommen, denen ich nicht vertrauen wĂźrde, mich oben zu halten… vielleicht haben sie aber auch schon von weitem unsere Schwimmversuche gesehen und beschlossen, Antonio und ich haben die Westen am nĂśtigsten… ;-)

Kurzer Abstieg, kurzes Kraxeln, schon stehen wir auf einer großen Holzplattform mitten Ăźber dem See. Dieser ist bei weitem nicht so groß wie Poço Encantado, dafĂźr viel zerklĂźfteter, mit Inseln, Seitenarmen, UnterwasserhĂśhlen… das Wasser ist, bis auf die Wellenbewegung der Schwimmer, genauso durchsichtig und leuchtend, auch hier ein Lichtstrahl, aber nicht so lang, blau und schĂśn wie in Encantado, eher wie ein weißer Tunnel durch das Wasser.

Auch hier muss ich eine genauere Beschreibung schuldig bleiben, es ist ein tolles GefĂźhl, dort durchzuschnorcheln, Ăźber die zerklĂźftete HĂśhlenlandschaft in 20-30 Meter Tiefe zu schweben, die man glasklar erkennen kann, in tiefe HĂśhlen zu blicken, die Seitenarme auszukundschaften. Und all dies bei Totenstille, denn obwohl wir Ăźber 10 Schwimmer sind, traut sich fast niemand, auch nur ein lautes Planschen zu erzeugen, so “heilig” ist die Stimmung.

Dies war wahrhaft ein gelungener Abschluss einer großartigen Tour, und nach einer kurzen Essenspause begeben wir uns auf den RĂźckweg - zwar Ăźber andere, aber kaum bessere Straßen. Dementsprechend gerädert erreichen wir gegen 18 Uhr Lençois, aber nach einer kurzen Dusche sind wir wieder bereit, den Ökotourismus des Ortes zu unterstĂźtzen. Schon am Vorabend hatten wir, statt großartig in Restaurants zu gehen, uns lieber an ein paar kleinen Ständen am Hauptplatz eingedeckt, die Tapioka (Pfannkuchen aus dem Pulver der Manioc-Wurzel), CrĂŞpes, eine Art Sandwich aus leicht süßlichem Brotteig mit Maniok, GemĂźsemischung und getrockneten Shrimps sowie Cocktails verkaufen. Faszinierenderweise gibt es jeden Stand genau zweimal, d.h. man kann die gleichen Tapiokas, CrĂŞpes, Sandwiches und Cocktails bei zwei verschiedenen Leuten zu den gleichen Preisen kaufen. Wir beschliessen, jeden Stand gleichmäßig zu unterstĂźtzen und heute beim einen, morgen beim anderen zu kaufen. Die erste Idee, der eine kauft hier, der andere dort, wird leider dadurch zunichte gemacht, dass die Verkäufer anscheinend maximal 50 Centavos Wechselgeld haben, und wir nicht fĂźr jeden Stand die 1-3 Real passend haben. Meine Kleingeldvorräte gehen trotz Zusammenschmeißen mehrerer Bestellungen schnell zur Neige, und irgendwann weigert sich der Cocktailverkäufer, als ich 6 Real mit einem 50er bezahlen will. GlĂźcklicherweise scheinen die Lençoiser nicht nur intern von Verbrechen verschont zu werden, es scheint auch keine Touristen zu geben, die die Einheimischen Ăźbers Ohr hauen wollen. Das zeigt sich schon anfänglich darin, dass wir jedesmal nachfragen mĂźssen, ob und wem wir denn nun Geld fĂźr die Tour geben sollen und fĂźhrt sich nun darin fort, dass wir ohne Probleme nach dem Trinken der Cocktails nur kurz ein entschuldigendes “Einen Moment, bitte”-Zucken geben mĂźssen und mal eben verschwinden, um unser Geld zu wechseln. Keine Unruhe beim Verkäufer, wir gehen gemĂźtlich durch die Läden, bezahlen schonmal unsere Tour fĂźr den Folgetag (blankes Erstaunen beim Personal, es hat wohl noch nie jemand im Voraus bezahlt…) und verbringen gute 30 Minuten im benachbarten Schmuckgeschäft und kaufen fĂźr 51 Real Schmuck, nur um mit 2 50er bezahlen zu kĂśnnen und viel Kleingeld zu bekommen. Dies stĂźrzt die Verkäuferin in arge GeldnĂśte, sie hätte mir ohne Probleme 50 Real kleinwechseln kĂśnnen, aber 9 Real rausgeben? Nach viel Gesuche durch alle Hosentaschen finde ich noch 95 Centavos, die die Verkäuferin nach einem kurzen verzweifelten Nachfragen nach den restlichen 5 Centavos und einem absolut gewinnenden Lächeln meinerseits dann auch annimmt. Die Story hat am letzten Tag dann ein kleines Nachspiel, als ich ihr die restlichen 5 Centavos mit Zins (sprich 10 Centavos) noch zahlen mĂśchte, sie aber vor Lachen fast umfällt und die Annahme verweigert… Lençois ist klasse.

Der Standardtag

24. August 2007 on 11:45 in Brasilien 2007 by hedi

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Und wieder mal schien unser Individualtouristenego einen Knacks zu bekommen. Mangels ausreichender Karten haben wir uns erst mal an die nächstbeste Agentur vor Ort gewandt und die Standard-das-wollen-alle-sehen-Tour gebucht. Um 8.00 Uhr sollte es losgehen, Abholen beim Hotel.

Wir also klischeehaft deutschpĂźnktlich um halb sieben aufgestanden, um sieben Uhr das wirklich tolle FrĂźhstĂźck genossen und um Punkt 8 Uhr vor dem Eingang gewartet. Es wurde 8.15, es wurde 8.30 es wurde 8.45… hm vielleicht doch mal nachfragen? - Auskunft von der Rezeption: IIIts ok. Siiiis is normel. Sey aar always a liiitel biit late. - Na dann.

Und kaum 10 Minuten später kamen sie dann auch. Wir wären vom Hotel falsch informiert worden, sie holen die Leute immer erst um 8.30. Hm macht immer noch 20 Minuten Verspätung, aber wir wissen ja, wie das bei den Brasis läuft.

Haben wir eigentlich schon mal das VergnĂźgen gehabt, Ăźber die brasilianischen Straßen zu lästern? Nein? - Das mĂźssen wir nachholen. Grundsätzlich gilt hier: im Prinzip kĂśnnen die Brasilianer richtig gute Straßen bauen, nur sind eben alle daran gewĂśhnt, die Hälfte der staatlichen Finanzierung in die eigene Tasche zu lenken. Und da wird dann eben mal das Fundament der Straße eingespart und lediglich ein bisschen Teer auf plattgeklopfte Erde geschmiert. Nach einem Jahr hat man dann die ersten SchlaglĂścher und nach fĂźnf Jahren kann man die Straße nur noch in abenteurlichen Schlangenkurven und mit Maximaltempo 10 km/h befahren. Gibt es da denn keine Kontrollen, fragt man sich. Doch klar, und wer ein richtig korrupter Bauunternehmer sein will, der teilt sich das Geld mit dem zuständigen korrupten Beamten und dem zuständigen korrupten Politiker und testet die Straße eben an einer Stelle, die zufällig nach allen Regeln der Kunst gebaut wurde…

Gut befahrbar und lang haltbar sind eigentlich nur die Bundesstraßen, die besonders wichtig sind (so zum Beispiel die Bundesstraße durch die Chapada, die auch die wichtigste Verbindungsstraße zwischen Salvador und Brasilia ist) oder Privatstraßen, für die man dann aber bezahlen muss. Wir durften in der Chapada alles genießen, autobahnreife Überlandstraße, Schlaglochslalom und natürlich auch einfache mehr oder weniger befestigte Feldwege.

Unser erster Tag hielt auch gleich ein ganz anständiges Programm bereit. Erster Stopp war ein weiterer blutroter Fluss, an dem wir ungefähr eine halbe Stunde entlang gewandert sind. Ziel war ein kleiner Wasserfall mit einer schönen großen Gumpe. Fürs Baden war es uns da allerdings doch noch zu kalt. Aber wer will schon baden, wenn man Millionen unsinnige Fotos machen kann ;-) Hessi hat sich zu solchen Kraxeleien hinreißen lassen, dass es ihn dann auch prompt auf den glitschigen Steinen geschmissen hat. Aber immerhin hat er sich todesmutig auf den Rücken fallen lassen, um unsere heißgeliebte Nikon vor dem Wasserbad zu schützen.

Wieder zurĂźck am Auto ging es dann ab zum Morro do Pai InĂĄcio, dem Wahrzeichen der Chapada Diamantina. Wieder ein bisschen Kraxelei, um auf den 1200 Meter hohen Tafelberg zu kommen, aber dafĂźr eine phantastische Aussicht. Hier haben wir auch unseren ersten wilden Kolibri zu Gesicht bekommen. Was uns leider verwehrt blieb, waren die unzähligen Orchideen, die auf dem Berg wachsen (und leider nur zur Regenzeit blĂźhen)… na ja, jedenfalls kĂśnnen wir jetzt ein Dutzend verschiedener Orchideenarten nur anhand der Blätter unterscheiden, toll was?

SchÜn viel Zeit hatten wir dann bei unserer nächsten Station, der sogenannten blauen Grotte. D.h. eigentlich gab es an der Stelle zwei Grotten, die Gruta da Pratinha, in der man auch tauchen und Schnorcheln durfte (wir haben uns aber lieber in dem anliegenden See vergnßgt, der war einfach wärmer) und die Gruta Azul, die halb unterirdisch ist und bei Sonnenlicht in einem wunderschÜnen tiefen Blau erstrahlt. Da man dort nicht schwimmen darf, ist das Wasser ganz ruhig und die Atmosphäre wahnsinnig toll. Ist allerdings gar nicht so leicht, diese Stimmung mit der Kamera einzufangen. Klar, dass wir es trotzdem versucht haben, d.h. eigentlich eher Hessi. Der hat fßr Euch keine Mßhen gescheut und sich ohne zu zÜgern längs im Dreck gewälzt, um die Kamera an mÜglichst geeigneten Stellen positionieren zu kÜnnen.

HĂśhepunkt unseres ersten Tages war dann allerdings die Gruta da Lapa Doce, eine 850 m tiefe TropfsteinhĂśhle, mit riesigen, faszinierenden, uralten Stalagtiten- und Stalagmitenformationen. (Auch hier hat Hessi mal wieder alles daran gesetzt, gute Fotos zu schießen.) 1 Stunde und 20 Minuten sind wir in einer 10-Personen-Gruppe, mit einem FĂźhrer und nur einer Petroleumlampe durch die HĂśhle gewandert. Toll, irre, Wahnsinn - die Schatten, die Formationen und dann die Stille und die Dunkelheit, denn an einer Stelle wurden die Lampen von insgesamt drei Gruppen ausgemacht und danach sah man… einfach nichts mehr. Und nichts heißt hier wirklich nichts, kein die-Augen-gewĂśhnen-sich-an-die-Dunkelheit, nicht der kleinste Lichtschimmer - Wahnsinn, alle waren still, keiner hat auch nur einen Pieps gesagt und dann fĂźhlst Du Dich auf einmal sowas von hilflos… ein unglaubliches GefĂźhl.

Nach der Grotte war dann endgĂźltig Schicht im Schacht, ein kleiner Bummel Ăźber den Hauptplatz von Lencois und ab ins Bett.

Aktivurlaub

24. August 2007 on 10:48 in Brasilien 2007 by hessi

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Der Sonntag musste dann aber, was das Faulsein anbelangt, auch schon wieder genug sein, denn am Montag zu nachtschlafender Zeit, sprich 7:00 Uhr morgens, ging unser Bus in die Chapada Diamantina - hmm, ob Euch der portugiesische Wikipedia-Eintrag da jetzt besonders weiterhilft? Also gut, dann schreib ich doch was drĂźber:

Chapada Diamantina, ein 152.000 ha großer Nationalpark im Inland von Bahia, ehemals zu großer Bekanntheit gelangt durch Diamantenfunde, wie der Name schon sagt. Die Felsformationen dort gehĂśren angeblich zu den ältesten der Erde und wurden noch erzeugt, als SĂźdamerika noch mit SĂźdafrika verbunden war. Aus dieser Zeit stammen auch die Diamanten, die allerdings zum größten Teil aufgrund ihrer fehlenden Reinheit nicht zu Schmuck, sondern industriell weiterverarbeitet wurden. Geld ließ sich damit wohl trotzdem viel machen, denn es entstanden innerhalb kĂźrzester Zeit große “Goldgräber-”, hier wohl eher Diamantengräberstädte. Eines davon war Lencois, was auf portugiesisch “Betttuch” bedeutet. Aus der Luft muss die Stadt, die zu ihren Boomzeiten (so umma 1850 rum) bis zu 30.000 Einwohner hatte, aufgrund der weißen Zelte, die die Gräber nutzten, wohl eine gewisse Ähnlichkeit damit gehabt haben.

Diese Gräberstimmung hielt dann bis Mitte der 1980er Jahre an. Zu dieser Zeit konnte man schon lange nicht mehr durch reines Rumlaufen im Flussbett Diamanten finden, sondern musste auf industrielle Suche mittels Wasserpumpen und Felsauswaschen zurĂźckgreifen. In einer seltenen Form von Lichtblick hat die brasilianische Regierung dann die gute Idee gehabt, die gesamte industrielle, sprich naturzerstĂśrende Art der Suche zu verbieten und das gesamte Gebiet zum Nationalpark zu erklären. Seitdem kann man dort eine sehr seltene, faszinierende und stark aufstrebende Art des Ökotourismus erleben, mit Städtchen wie Lencois (heute knapp 6.000 Einwohner), die es schaffen, komplett vom Tourismus zu leben und trotzdem ihre Identität nicht zu verlieren. Jeder kennt jeden, es gibt absolut keinerlei Kriminalität… nein, nicht ganz richtig, vor Jahren hat ein “stupid kid” (Zitat Guide) mal einem Touristen etwas geklaut, woraufhin sämtliche Pusadas, Hotels, Restaurants und Shops, was der gesamten Dorfgemeinschaft entspricht, der Polizei die HĂślle heiß gemacht haben und sich anschließend den Jungen vorgeknĂśpft haben. FĂźr die Polizei kam das wohl wie ein Schock, die hat Ăźblicherweise nichts anderes zu tun, als alle Jubeljahre mal einen Verkehrsunfall abzusichern oder zwei Betrunkene daran zu hindern, sich auf offener Straße zu prĂźgeln. Zusammengefasst: Ein traumhafter Ort in einer traumhaften Lage, in dem man gut und gern ein paar Wochen Urlaub machen kann.

Wir hatten allerdings nur drei Tage, was wir im Nachhinein als das absolute Minimum bezeichnen wĂźrden. Zum Ausspannen blieb da nicht viel Zeit.

Wir waren bei der Anreise… Busfahrt, 7 Stunden, 425 km von Salvador, nicht unbequem, aber gut, dass es irgendwann vorbei war. Das Hotel, Cantos dos Aguas, eine Offenbarung. Mit Abstand das beste Hotel vor Ort, trotzdem angenehm persĂśnlich, nicht Ăźbertrieben vornehm, die Liebe liegt im Detail, wie zum Beispiel handbemalten Schildern. Auch hier steht das Markenzeichen des Ortes, Ökologie, im Vordergrund, es wird MĂźll getrennt, es gibt (natĂźrlich handgemachte) Schilder, die man an sein Handtuch klemmt, wenn man es gewechselt haben mĂśchte, etc.

Die Exklusivität des Hotels wird auch durch seine Lage deutlich, direkt am Fluss/Wasserfall gelegen, der so laut ist, dass man bei geÜffnetem Fenster fast sein eigenes Wort nicht versteht. Klingt schlimm, stÜrt aber nicht, an so ein Geräusch gewÜhnt man sich schnell.

Das Besondere an diesem Fluss ist aber seine Farbe: blutrot. Zumindest dachten wir, dass das besonders ist. Später haben wir aber festgestellt, dass in der Chapada jeder Fluss so gefärbt ist. Woran das liegt? Da streiten die Gelehrten… nein, die wissen es wahrscheinlich, aber unsere Guides haben sich da widersprochen: Der eine sprach von Eisenhaltigkeit, der andere von den organischen Bestandteilen, die mitgespĂźlt werden und fĂźr die Farbe verantwortlich sind. Wie auch immer, es sieht erst erschreckend, dann toll aus.

Unseren ersten Nachmittag haben wir dann damit verbracht, den Fluss bergaufwärts zu laufen und die Landschaft zu bewundern… und, ich gestehe es, uns in dem Kaff Lencois zu verlaufen, weil die Karte vom Lonely Planet hoffnunglos veraltet ist und einige Ortsteile nicht eingezeichnet sind.

BUM-BUM-BUM

24. August 2007 on 10:03 in Brasilien 2007 by hessi

ZurĂźck aus der Sahara war unser Tatendrang nicht mehr zu bremsen. Ausser vom Wetter. Und unserer MĂźdigkeit… aber der Reihe nach:

UrsprĂźnglich hatten wir geplant, am Sonntag einen Trip durch die Bucht von Salvador zu machen, mit ganzer Familie auf Boot von Freund von Hermann. Schon vorab wurde aber festgelegt: bei schlechtem Wetter fällt das aus, weil das Boot mehr so eine “Nussschale” ist (Zitat Hermann, wenn man seinen sich in der Entstehung befindlichen Katamaran sieht, gilt wohl alles, was nicht einen Hubschrauberlandeplatz hat, als Nussschale ;-)). Das Wetter war jetzt zwar nicht direkt schlecht, aber aufgrund eines Hochs Ăźber der Antarktis haben wir hier starken Wellengang - klingt toll fernreisend fĂźr einen Mitteleuropäer, ge? - der die “Nussschale” schon in Probleme bringt. Das war dann schon mal eine willkommene Ausrede, so dass wir unsere MĂźdigkeit nicht ins Spiel bringen mussten, denn - man hĂśre und staune: Erstmalig haben wir Mitternacht Ăźberlebt - und das kam so:

Gerade hat eine sehr bekannte Rally SĂźdamerikas, die Rally dos SertĂľes, in Salvador geendet. Das ist noch spannender, als man sich das vorstellt, weil die Fahrzeuge alle Strassenzulassung haben und dementsprechend in ganz Salvador durch den Verkehr rĂśhren. Nein, RÖHREN! Geil! :-) Vor jeder Pusada stehen mindestens zwei dreckverschmierte Pickups mit SOLCHEN Reifen, schĂśne Moppeds wie aufgemotzte KTMs etc. Und was haben wir nun damit zu tun? Nun, Franko, unser Tourguide von Mangue Seco, ist nicht wirklich ein reiner Guide, sondern ein langjähriger Freund von Hermann. Italiener, Brasilianerin geheiratet, mit ihr versucht in Europa zu leben, ihr Heimweh wurde zu gross, und jetzt lebt er in Salvador und fĂźhrt Touristengruppen durch die Gegend. Laut ihm ist die Abschlussveranstaltung/Party dieser Rally das In-Ereignis in Salvador, und er hat uns allen Karten besorgt. Soviel zur Vorgeschichte…

Party in Brasilien - wo starten? Wie in Europa geht man dann los, wenn vernĂźnftige Menschen ins Bett gehen, d.h. es fängt um 8 Uhr an, aber man kommt um 11. Riesen Halle, ziemlich wenig los (ca. 200 Rallyfahrer mit Tross und nochmal soviele In-Brassis, die Männer eine Mischung aus Macho und Machismo, die Mädels v.a. Haut) und laute Musik. Leider wird nur sehr kurz unsere Erwartung (Vorurteil) von Rhythmen, Samba und Tanzen erfĂźllt, in Form einer Rhythmusgruppe mit Trommeln, danach kommt das Ăźbliche BUM-BUM-BUM, das man so wohl auch in jeder Disko in Deutschland hĂśrt… aber egal, allein die Atmosphäre und die Leute dort sind es wert, das mal gesehen zu haben. Und wenn es doch mal langweilig wird, hilft der fantastische Caipirinha, der so gar nichts mit dem “gepanschten Limettensaft” in Deutschland gemeinsam hat, und die kleinen Rindfleischsnacks.

So geht der Samstag in den Sonntag Ăźber, der dann im sĂźssen Nichtstun endet.

Sahara

24. August 2007 on 9:12 in Brasilien 2007 by hedi

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oder besser Manguo Seco…

Seien wir mal ganz ehrlich: ueber unser taegliches Leben in Salvador zu lesen, wuerde Euch wahrscheinlich zu Tode langweilen. Nicht dass wir uns hier falsch verstehen: Wir haben eine riesen Gaudi. Gleich nach dem Fruehstueck eine kleine Runde Schwimmen im Meer, Sonnen am Strand direkt vor dem Hotel, Shoppen gehen, am Markt einkaufen (vor allem Pimenta fuer Hessi: das Schaerfste was sie da haben por favor), Lesen, wieder Sonnen… wir vertreiben uns die Zeit sehr gut. Aber wie gesagt, nicht so spannend fuer Euch.

Kommen wir also zu unserem Tagesausflug in die Sahara… hm na ja oder zumindest in einen kleinen Teil davon: den Sand. Wie auch immer das funktionieren soll (wir vermuten einen saftigen Vollrausch des Wettergottes), seit Jahrhunderten wird Sand aus der Sahara in den oberen Schichten der Atmosphäre nach Brasilien transportiert, genauer: “knapp” (ca. 250 km, man rechnet hier mit anderen Entfernungen) vor Salvador. Auf einer Fläche von 20 km² haben die angelagerten SanddĂźnen die bisherige Vegetation unter sich begraben. Von den Mangrovenwäldern sieht man mittlerweile gar nichts mehr, von den Palmen immerhin noch die Spitzen. Hermanns Kommentar: Um so besser fĂźr die Brasis, dann mĂźssen sie sich beim Kokonussabschneiden nicht so anstrengen ;-). Klar, dass unser Guide gleich Nägel mit KĂśpfen macht und uns ein paar KokosnĂźsse besorgt. Ist Ăźbrigens gar nicht so leicht, das Kokosnusswasser ohne Strohhalm zu trinken.

Aber zurĂźck zu den DĂźnen. Es war nämlich gar nicht so einfach, da Ăźberhaupt hinzukommen. Die DĂźnen werden auf der einen durch einen Fluss und auf der anderen Seite durch das Meer begrenzt. Und das bedeutet fĂźr Besucher, dass sie mit dem Boot Ăźbersetzen mĂźssen, um danach die Fahrt durch die SanddĂźnen mit Buggies fortsetzen zu kĂśnnen (by the way: umgebaute Käfer; ja ja deutsche Autos haben sich hier wirklich durchgesetzt :-)). Was fĂźr Touris ein Riesenspaß ist, ist fĂźr die Bewohner des Dorfes, das zwischen DĂźnen und Fluss liegt, weniger amĂźsant: Die SanddĂźnen gewinnen jedes Jahr 50 cm Boden und der Fluss gewinnt jedes Jahr 1 m. Man muss wohl nicht näher erläutern, was das fĂźr das Dorf dazwischen bedeutet… Ist aber alles nicht so schlimm, sagen die Dorfbewohner, einmal haben sie das Dorf bereits neu gebaut. Dann bauen sie es halt noch ein drittes Mal.

Dass die abenteuerlichen Buggiefahrten, bzw. Rutschpartien Hessis Herz hoch-hĂśher-am-hĂśchsten schlagen lassen, muss man wohl nicht erwähnen… Und auch beim Sandboarden ist er voll in seinem Element. Immerhin auch ich habe es beim dritten Versuch fast bis nach unten geschafft ;-) Der Rest des Tages ist dann allerdings gemĂźtlicher verlaufen. Mit den Buggies zum Strand, Essen, Muscheln am Strand sammeln. (HĂśrt sich kitschig an, war aber trotzdem schĂśn.) Eine kleine Attraktion war dann auch noch das Hippiehaus, in dem eine kleine Gemeinschaft von Aussteigern lebt (inklusive eines kleinen Falken), die sich durch Anfertigen von allerlei Krimskrams (Schmuck, Taschen, Messer) ihren Lebensunterhalt verdienen. (Ganz so aussteigerisch sind sie aber dann doch nicht, im Hinterzimmer hoert man Kinder schreien und den Fernseher plärren… ja, irgendwann entdecken selbst die Weltverbesserer die einlullende Wirkung von Werbung und Soaps.) Und weil die Hippies alle Materialien, die sie verwerten, im Wald und am Strand sammeln, ist der Krimskrams natĂźrlich was ganz besonderes. Klar dass sich Hessi am Ende dann doch noch eines ihrer Messer aufschwatzen lässt. Nein Schmarrn, bin wieder nur gehässig. Das Messer ist wirklich schĂśn: Griff mit Rippenknochen von Wildkatze geschĂźtzt, Scheide mit Seepferdchen und Schlangenrippen dekoriert, und das Beste: Schneide aus Schwertfischschwert. ;-)

Entschuldigt die Verspätung, was diesen Eintrag anbelangt, aber wie schon gesagt, Salvador ist… gemĂźtlich…

Stadttour Salvador:

Markt:

Mangue Seco:

Puh…

14. August 2007 on 23:09 in Brasilien 2007 by hessi

nach sechs Stunden Bilder sortieren, Videos konvertieren und sonstiger Kleinarbeit sind zumindest drei Gallerien bereits online, aber jetzt ist Schluss. Schaut schonmal rein, der Rest folgt morgen.

Gute Nacht.

Der tropische Norden

14. August 2007 on 20:09 in Brasilien 2007 by hessi

4 Uhr morgens, genau. Iguacu ist so ein Kaff, dass auf dem dortigen Flughafen pro Tag genau vier Maschinen starten. Zwei um 6:30 Uhr morgens (?!?), dann noch eine irgendwann um 14 Uhr rum und eine am Abend. Das läuft dann darauf hinaus, dass die Touristen sich kennen, man kommt mit der selben Maschine, bleibt zwei Tage und fliegt mit der selben Maschine wieder. Oder, um es mit Laurys Worten zu sagen: “Oh, our flight is quite early, as well!

Kurz und gut, nach dem obligatorischen Zwischenstop in Sao Paulo, diesmal mit einer Stunde Umsteigezeit, einer halben Stunde Verspätung des Hinflugs und einer dreiviertel Stunde Verspätung des Weiterflugs (so fĂźgt sich eins ins andere…), waren wir gegen 12 in Salvador. Kleiner Zwischenstand: Hedis Flugangst ist nach mittlerweise 6 FlĂźgen aus unerfindlichen GrĂźnden eher ansteigend als abnehmend - die Geräusche bleiben gleich, werden aber immer mit dem gleichen ängstlichen Blick aufgenommen. Hedis Kopf weiss, dass das irrational ist…

Gut, Salvador. Warm. Tropisch. Sehr feucht. Kann man aushalten. Reicht das? ;-)

Ganz ehrlich, wir haben noch nicht sonderlich viel gemacht, Hermanns Haus lädt zur Muße ein: Mit den Hunden spielen, im Pool abkühlen, lesen in der Korbstuhlecke, leckeres Essen, die wunderbare Aufnahme (mi casa su casa) - Entspannung pur.

Wir versuchen natĂźrlich trotzdem, jeden Tag eine Kleinigkeit zu machen - sei es Altstadt anschauen, den Strand auskundschaften, shoppen oder einfach nur Hermanns Computer auf Vordermann bringen (Hessis Art der Entspannung).

NatĂźrlich werden Pläne geschmiedet, um die zweieinhalb Wochen mĂśglichst umfassend zu fĂźllen, Ihr kĂśnnt Euch also demnächst noch auf Berichte Ăźber die Chapada Diamantina, verschiedene Inseln der Umgebung (merkt man, dass wir den Namen nicht wissen?) und weitere TagesausflĂźge (ne, fällt kaum auf…) freuen.

Das soll es vorerst gewesen sein, gehabt Euch wohl, Grüße aus Salvador, gefühlte 30 Grad, kurzer Regenschauer.